Mit MS World Voyager zu den "Inseln des ewigen Frühlings" - Die große Kanaren-rundreise

Mit der MS "WORLD VOYAGER" des Stuttgarter Reiseveranstalters nicko cruises auf großer Rundreise zu den 7 Kanarischen Inseln und Madeira.

(Eine Reportage in Wort und Bild von Udo HORN - April 2022)

Foto: Udo HORN

Die Kanarischen Inseln und Madeira verzaubern seit Jahrhunderten Besucher aus aller Welt. Schon die Griechen und Römer berichteten von der Inselkette, die sie die „Glücklichen Inseln“ nannten. Jedes Eiland hat seine ganz eigenen Vorzüge und Sehenswürdigkeiten, aber eines haben sie gemeinsam: Sie sind unbedingt eine Reise wert. Von diesen Vorzügen will ich mich selbst überzeugen und nehme die Möglichkeit des Stuttgarter Reiseveranstalters nicko cruises wahr, um an Bord des kleinen Kreuzfahrtschiffes „World Voyager“, diese sicherlich einmalige Gelegenheit ausreichend zu nutzen.

Rund 3.200 Kilometer und fünf Flugstunden von Zuhause später erfolgt meine Einschiffung auf die „World Voyager“ in Santa Cruz de Tenerife, auf der gleichnamigen Insel Teneriffa. An Bord angekommen, breitet sich mir gleich das Gefühl der Geborgenheit und Gemütlichkeit aus. Kein Wunder, ist die „World Voyager“ kein großes Kreuzfahrtschiff mit mehreren Tausend Passagieren an Bord, sondern eher eine große und schnittige Motoryacht, denn mehr als 200 Passagiere finden an Bord nicht Platz. Dieser absichtliche „Platzmangel“ wird sich noch während meiner Reise als ein überragender Vorteil auswirken. Im Restaurant herrscht freie Platzwahl und bei dieser maximalen Zahl an Passagieren finden sich schnell neue Kontakte. Man ist sozusagen „unter sich“. Die aufkommende, persönliche Atmosphäre an Bord macht es einem in der Tat leicht, sich wohl zu fühlen. Zudem kann die „World Voyager“, das zweite, baugleiche Schiff nach der „World Explorer“, welches für nicko cruises im Einsatz ist, mit der modernsten technischen und nautischen Ausrüstung aufwarten. Dazu aber später etwas mehr. Aber vorerst zurück zur Schiffsgröße. Für die nun beginnende Seereise durch die Kanarischen Inseln, ist das Schiff in dieser Größenordnung geradezu optimal. Denn besonders die kleinen Hafenorte, wie El Hierro oder La Gomera wären mit den richtig großen „Pötten“ wegen ihres großen Tiefgangs gar nicht anlaufbar.

 

Während meiner neuntägigen Schiffsreise zu den unterschiedlichen Inseln bemerke ich schon bei der geografischen Einordnung, wie abwechslungsreich diese Regionen mit ihren zahlreichen Inseln sind: Die Kanaren liegen in einem Zauberkreis aus Sonne, Meer, Blüten, Stränden, Palmen, Vulkanen und vielseitigen Landschaften. Der Archipel besteht aus den Inseln Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzerote, La Palma, La Gomera, El Hierro und einer Reihe kleiner Eilande. Und nicht zu vergessen, die Insel der tausend Eindrücke, Madeira. Während Madeira zu Portugal gehört, sind die Kanarischen Inseln politisch mit Spanien verbunden und werden jedoch geografisch zu Afrika gehörend, betrachtet.

Teneriffa - Anflug 

Teneriffa

Teneriffa ist nicht nur mit 2.034 Quadratkilometern die größte der Kanarischen Inseln, sie bietet neben wunderschönen Stränden und beeindruckender Natur auch einen faszinierenden Sternenhimmel. So ist die Insel nicht nur ein Paradies für alle, die gern wandern, Rad fahren oder das Meer erleben – auch Astronomen aus aller Welt zieht es oft in den Teide-Nationalpark, der berühmt ist für seinen außergewöhnlich klaren Sternenhimmel. Unbedingt sehenswert für Naturfreunde ist der von Marques Alonso de Nava y Grimon 1778 gegründete Botanische Garten mit Kastanien, einem imposanten Drachenbaum und vielen weiteren sehenswerten Bäumen und Blumen. Reisen bildet, so ein umgängliches Sprichwort. So habe ich unter anderem auch erfahren, das auf Teneriffa der zweitgrößte Karneval der Welt - nach Rio de Janeiro in Brasilien - stattfindet! Die Menschen auf Teneriffa vermischten die Anliehen an die Umzüge von Rio de Janeiro mit alten spanischen oder afro-kubanischen Bräuchen. Knapp zwei Wochen lang wird Tag und Nacht gefeiert. Und das nicht nur in der Inselhauptstadt Santa Cruz, sondern auch in Puerto de la Cruz und weiteren Gemeinden. Vielleicht sollte ich doch im Herbst noch einmal hier zurückkommen und mich in die Schar der über 250.000 Zuschauer einreihen. Leider bleibt wenig Zeit die Hafenstadt und sein Umland zu erkunden, da Santa Cruz de Tenerife für mich der Auf- und Absteigehafen für meine Kreuzfahrt entlang der Kanarischen Inseln ist

La Palma

La Palma Am frühen Morgen erreichen wir die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma. Wieder ist diese kleine Hafenstadt problemlos zu Fuß vom Hafen aus erreichbar und bietet meinen Augen eine beeindruckende Altstadt-Hauptstraße. Der Ort liegt unterhalb bewaldeter Berghänge auf der östlichen Seite der Insel. Zwischen Küste und der Ortschaft Cumbres erstreckt sich ein schmaler Uferstreifen, weiße Häuser kleben förmlich an den Berghängen. Ich entschließe mich, die beschauliche Hauptstadt auf eigene Lust zu erkunden. Auf meiner eigenen Tour erfahre ich, dass die Insel eines der drei Meeresschutzgebiete der Kanarischen Inseln beherbergt, eine wunderschöne Unterwasser-Vulkanlandschaft mit vielen Höhlen, Felsbögen und Rissen, in denen die unterschiedlichsten Arten leben, einige davon einzigartig auf der Welt. An der Oberfläche hat die Lava natürliche, vor den Wellen geschützte Becken geschaffen, in denen kristallklares blaues Wasser zu einem erfrischenden Bad einlädt. Einen besonderen Tipp gibt mir ein „echten“ Inselbewohner, den ich während meiner kleinen Rast kennenlernte. Er versprach mir ein besonderes Erlebnis, sobald auf der Insel die Sonne am Horizont versinkt und La Palma magisch wirkt. Am Himmel tauchen die ersten Sterne auf, und je dunkler es wird, desto mehr helle Punkte kann man an diesem transparenten Himmel erkennen, der nicht durch Lichtverschmutzung getrübt ist. Wissenschaftler aus der ganzen Welt kommen auf diese Atlantikinsel, um unser Sonnensystem und vielleicht sogar noch mehr durch die leistungsstarken Teleskope des astrophysikalischen Observatoriums Roque de los Muchachos zu erforschen. Leider kann ich nicht bis zur Nacht bleiben. Weitere Reiseziele und Entdeckungen warten auf mich. Eine besonders schöne Möglichkeit zum Baden bieten die herrlichen natürlichen Pools und „Charcos“. Diese vor den Wellen geschützten Teiche entstanden durch Lavaströme, die sich nach den Vulkanausbrüchen ins Meer ergossen und dort erkaltet sind. Die beliebtesten sind die Schwimmbäder Charco Azul und La Fajana, die mit Toiletten und Restaurants ausgestattet sind, sodass man hier auch mit Kindern einen herrlichen Tag verbringen kann. Meine Privattour geht leider schon viel zu früh zu Ende, aber neue Entdeckungen auf den weiteren Inseln warten bereits auf mich.

El Hierro

Im Kanarischen Archipel kann man auf der Insel El Hierro ein echtes Paradies entdecken. Die siebte der Kanarischen Inseln hielt sich stets abseits des üblichen Fremdenverkehrs, sehr zur Freude aller derjenigen, die die Insel lieben und sie so erhalten wollen, wie sie ist. El Hierro wurde im Jahre 2000 Biosphärenreservat und 2014 zum Geopark der UNESCO erklärt. Die Herkunft des Namens „El Hierro“ ist nicht genau bekannt, aber es könnte sich um eine Ableitung aus der alten kanarischen Sprache der Ureinwohner handeln, die die Insel „Hero“ oder „ Esero“ nannten. Sicher erscheint jedoch, dass die Bezeichnung nichts mit dem gleichnamigen Metall „Hierro“ – Eisen zu tun hat, denn Eisen kommt auf der Insel überhaupt nicht vor. El Hierro ist die kleinste und südwestlichste Insel der Kanaren. Auf einer Fläche von 268 Quadratkilometern breiten sich vielfältige Landschaften aus. Die Küste, die ich bereits bei der morgendlichen Einfahrt in den Hafen von Puerto de la Estaca erkennen kann, ist steinig und durch unzugängliche, bis zu 1000 Meter hohe Steilküsten stark zerklüftet. Bei meiner Rundfahrt über die Insel kann ich einladende Buchten, die als natürliche Meeresschwimmbecken dienen, erkennen und lassen in mir den Wunsch aufkommen, dort einen Tag zu geniessen. Aber meine Fahrt geht weiter, entlang auf der Hochebene von Nisdafe und Pinar. Kurzum, auch auf dieser Insel genießt man den legendären ewigen Frühling der Kanarischen Inseln. Die subtropische Vegetation der fruchtbaren Zonen bildet einen starken Kontrast zur faszinierenden Vulkanlandschaft in anderen Inselteilen.

Fuerteventura

Der spanische Philosoph Miguel de Unamuno nannte die Insel einmal „Eine Oase in der Wüste der Zivilisation“. Zunächst mag diese Insel steinig und karg erscheinen, doch auf den zweiten Blick entfaltet sie ihre wahre Natur: sandige Strände, an denen die waghalsigen Sprünge der Kitesurfer zu beobachten sind, prägen ebenso das Bild der Insel wie die markanten weißen Windmühlen, die sich vor der vulkanischen Landschaft abzeichnen. Nur etwas mehr als 100 Kilometer von der afrikanischen Küste gelegen, ist Fuerteventura berühmt für seine raue Schönheit und kargen Landschaften. Doch wer hier nur Stein und Fels vermutet, kennt die Insel nicht. Mit 807 Metern ist der Pico de la Zarsa der höchste Berg Fuerteventuras. Allerdings ist er im Vergleich zu den meisten Bergen der Nachbarinseln eher ein kleiner Vertreter seiner Art. Selbst beim Reisen lernt man immer dazu. So erfahre ich von meinem Reisebegleiter, dass es ausgerechnet auf dieser Insel keine, selbst angebauten Bananen gibt, während die Nachbarinseln gemeinsam stolze 375 Millionen Kilo pro Jahr erwirtschaften. Die Insel bietet mehr als 150 Strände mit feinstem Sand. Kein Wunder, dass sich hier Badefreunde genauso zu Hause fühlen wie Windsurfer aus aller Welt. Wind- und Wellensportler aus aller Welt schätzen die Vorzüge dieser kanarischen Insel zum Surfen, Windsurfen und Kitesurfen: außergewöhnliches Klima, lange Tage, Sonnenschein an jedem Tag des Jahres, perfekte Wind- und Wellenbedingungen, ein umfassendes Angebot an Dienstleistungen und Einrichtungen, eben alles, was Sportler jeden Niveaus brauchen.

Apropo Delikatessen. Für eine kulinarische Delikatesse ist Fuerteventura ganz besonders bekannt: den Käse. Der Majorero Käse hat auf dem Archipel und insbesondere auf dieser Insel eine lange Tradition. Als „Queso Majorero“ wurde er mit einer der drei geschützten Herkunftsbezeichnungen der Kanarischen Inseln ausgezeichnet. Jahr für Jahr wird er bei Verkostungen zu den besten der Welt gezählt, die außergewöhnliche Qualität dieser nach traditionellen Techniken handgefertigten Käsesorten wird von Feinschmeckern und Spitzenköchen geschätzt.

Mein Tipp: selbst wenn Experten dies sagen, sollte man bei einer Fahrt durch die einzigartigen Landschaften im Landesinneren auf keinen Fall verpassen, an einer der Käsereien eine Pause einzulegen und die verlockende Gelegenheit wahrzunehmen, die verschiedenen Sorten zu probieren, sich mit den Käsemeistern zu unterhalten und vielleicht ein Stück dieser Delikatesse als Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

Bei meinem Spaziergang durch die zahlreichen Gässchen der Hafenstadt kann man die zum historischen Erbe erklärten Stätte erkunden und vergangene Zeiten wieder aufleben lassen. Auf der Insel gibt es auch einige interessante Museen mit zahlreichen Exponaten, die Besuchern eine Kultur und Identität nahebringen, die bis in die vorspanische Zeit zurückreicht.

Eigentlicher Höhepunkt für mich an diesem Tag waren die exklusive Brückenführung durch den Kapitän des Schiffes Yiannis Tsounakos und seiner wachhabenden Offiziere sowie die sich anschließende und ziemlich stürmische - aber unvergessliche Bootsfahrt mit einem der drei an Bord befindlichen Kodiacs.

Porto Santo

Porto Santo - was übersetzt eben „heiliger Hafen“ bedeutet - ist die kleinste bewohnte Insel des Madeira-Archipels. Sie liegt am südöstlichsten Rand Europas, im Atlantischen Ozean, nur 500 km von der afrikanischen Küste und 1000 km von Europa sowie eineinhalb Flugstunden von Lissabon entfernt. Gut 42 Kilometer nordöstlich von Madeira im Atlantik gelegen, wartet das Eiland mit Durchschnittstemperaturen zwischen milden 17 und 22 Grad auf. Der Archipel, der 1418 von portugiesischen Seefahrern entdeckt wurde, besteht aus den Inseln Madeira und Porto Santo sowie den unbewohnten Inseln von Selvagens und Desertas. Nur die ersten beiden Inseln sind allerdings bewohnt.

Die kleine Schwesterinsel von Madeira beheimatet viele Tier- und Pflanzenarten – obwohl sie auf den ersten Blick und vor allem im Kontrast zur Blumeninsel Madeira eher karg wirkt.

 

Seit 2020 gilt Porto Santo außerdem offiziell als UNESCO-Biosphärenreservat. Elf Kilometer lang und sechs Kilometer breit ist Porto Santo und passt damit rund 16-mal in die große Schwester Madeira hinein. Die Inselhauptstadt Vila Baleira ist klein, aber pittoresk, kaum ein Gebäude ist höher als drei Stockwerke, Hotelbunker sucht man deshalb zum Glück vergeblich. Neben dem Strand hat die Stadt Vila Baleira zahlreiche Geschichten und Legenden aus einer mehr oder weniger fernen Vergangenheit zu bieten, so z. B. das Museumshaus, in dem einst Christoph Kolumbus wohnte. Das markanteste Wahrzeichen der von türkisblauem Wasser umspülten Insel Porto Santo ist der 9 km lange Strand mit feinen, goldgelbem Sand, der zu einem Band in der Sonne und im Meer einlädt Besonders schön ist der Ausblick vom Pico do Facho, mit 517 Metern der höchste Punkt der Insel. Der Berg ist vulkanischen Ursprungs. Vulkanausbrüche haben auch die restliche Landschaft der Insel geprägt. So sind zum Beispiel die Basaltformationen am Südhang des Pico de Ana Ferreira im Westen der Insel ein Relikt dieser Zeit. Die Sicherheit, die Sympathie der gastfreundlichen Menschen, das Vergnügen in der Natur, der herrliche Strand mit feinem Sand und das ruhige Meer unterscheiden Porto Santo von vergleichbaren Zielen.

Madeira

Der deutsche Kulturpolitiker August Everding soll einmal gesagt haben: „Madeira – mein Frühlingstraum im Winter.“ Wie Recht er hat. Auch wenn meine Reise im April stattfindet, so habe ich die Insel aus persönlichen Erleben auch im Winter kennenlernen dürfen. Die portugiesische Insel im Atlantischen Ocean ist ein wahres Paradies für Wanderer, Naturliebhaber und Wassersportler und bekannt für ihre einzigartige Pflanzenvielfalt und außergewöhnliche Landschaft. Zahllose Wege zwischen bunt blühenden Pflanzen oder knorrigen Lorbeerbäumen verführen zu ausgedehnten Spaziergängen in einer traumhaft schönen Landschaft, die trotz des vielen Sonnenscheins - aber bei angenehmen Sommertemperaturen bei zirka 24 Grad – immer sehr grün ist. Auf keiner Insel sind die Wunder der Natur so gekonnt vereint wie auf Madeira. Deshalb gehört sie für mich persönlich zu den Top-Favoriten aller Inseln weltweit. Während der Gipfel des höchsten Berges Pico Ruivo majestätisch über die Insel ragt, blühen an den Küsten seltene Blumen und Sträucher. Einer der wohl märchenhaftesten Orte ist der Lorbeerwald Laurisilva im nordwestlichen Gebiet Fanal. Er bedeckt ca. 15.000 Hektar der Insel und wurde 1999 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Auf Madeira findet man nicht nur in den Gebirgszügen traumhaft schöne Wanderwege und atemberaubende Ausblicke, auch entlang meiner Tour gibt es paradiesische Orte zum Baden und Entspannen. Wer es, wie ich aber diesmal etwas „Hektischer“ liebt, ist in der Inselhauptstadt Funchal bestens aufgehoben. Nach einem ausgiebigen Frühstück lässt sich die Stadt entspannt und auch ohne Unterstützung durch Reisebetreuer erkunden. Alles liegt sehr fußläufig und ist zudem – aufgrund der optimalen geografischen Lage der Hauptstadt mitten in einer weiträumigen Bucht, sehr gut zu erkunden. Mein erstes Ziel: den Mercado dos Lavradores, wo es zum Teil für mich unbekannte Früchte und viel Fisch zu bestaunen und kaufen gibt. Eine Seilbahn bringt mich nach 30-minütigem Schlangestehen von der Altstadt zum botanischen Garten. Aus Zeitgründen verzichte ich diesmal auf die Abfahrt in die Altstadt mit dem legendären Korbschlitten. Zum Abschluss meiner fünfstündigen Alleintour geht’s in die Santa-Maria-Straße mit ihren vielen urigen Lokalen und Kunst zum Anfassen und kaufen. Nach diesen vielen optischen Eindrücken wird es Zeit, wieder an Bord meines schwimmenden Zuhauses zurückzukehren, denn bereits am frühen Nachmittag heißt es wieder „Leinen los“ in Richtung Arrecife auf Lanzerote.

Lanzerote

Der spanische Schriftsteller Alberto Vazquez-Figueroa behauptete: „Lanzerote ist die Nabelschnur, die die Erde mit dem Mond verbindet.“ Diese Feststellung macht mich sehr neugierig. Spektakuläre Steilküsten, imposante Kakteen und unbedingt sehenswerte Kunstwerke von Cesar Manrique überall auf der Insel sind genauso ein Erlebnis wie die Feuerberge im Timanfaya Nationalpark oder eine Exkursionsfahrt durch die Lavatunnel aus uralten Zeiten. Ungewöhnliches bin ich ja von Lanzerote gewohnt. Immerhin sind die Strände hier schwarz, die Häuser weiß gekalkt, die Landschaft ist mondartig und das Wetter das ganze Jahr über fast immer sonnig. Während meiner Tour erfahre ich, das 1972 die Dreharbeiten zu dem von Jules Verne verfassten Romans „Die geheimnisvolle Insel“ hier auf der Insel gedreht wurde. Passender kann ein Ort wohl nicht sein. Warum das so ist, dazu später mehr. Knapp 300 Jahre ist es her, dass hier die Erde massiv aufbrach. Sechs Jahre dauerte die Serie von Vulkanausbrüchen. Die Lavamassen begruben rund ein Viertel der knapp 850 Quadratkilometer großen Insel unter sich. Noch heute wirkt die Landschaft so, als wenn sich er Ausbruch erst vor kurzem ereignet hätte. Regelmäßig starten Busse vom Parkplatz aus zu einer gut zehn Kilometer langen Rundtour durch die Feuerberge. Wüßte ich es nicht besser, müßte ich glauben, ich wäre auf dem Mond. Der Anblick ist einfach spektakulär: riesige Aschefelder, gigantische Lavahöhlen, bizarre, wie erfroren wirkende Felsformationen und Vulkankegel, offene Krater. Hier spüre ich die tatsächlich, gigantische Kraft der Erde. Wir erreichen das „El Diablo“ in den Feuerbergen der kanarischen Insel. Es gilt als eines der originellsten Restaurants der Inselgruppen. Kein Wunder, denn die Höllenhitze zum Braten von Fisch und Fleisch stammt direkt von einem aktiven Vulkan. Kälte ist auf der kanarischen Insel kein Problem, selbst im Winter sinken die Temperaturen nachts nicht unter 14, 15 Grad Celsius. Das Internetportal „Travel Focus“ gab dem El Diablo gab dem außergewöhnlichen Restaurant den Spitzenplatz – noch vor dem Ithaa auf den Malediven, wo fünf Meter unter der Oberfläche des Indischen Ozeans serviert wird, oder dem New Lucky Restaurant auf einem Friedhof im indischen Ahmedabad, wo man direkt neben Gräbern diniert. Diese Top-Platzierung ist der Tatsache geschuldet, dass man bei diesem Grill auf Holzkohle oder anderem Brennmaterial verzichten kann. Noch stark unter dem Eindruck der bizarren Landschaft, fahren wir weiter in Richtung Inselhauptstadt und verlassen die unwirtliche und bizarre Landschaft.

Auffallend der künstlerische Einfluß auf die äußere Gestaltung der Häuser, welches ein harmonisches Gesamtbild erzeugt. Pepin Ramirez und Cesar Manrique waren es, die in den 1960iger Jahren die die hatten „eines der schönsten Plätze der Welt“ zu gestalten. Fast alle Häuser wurden weiß gekalkt, deren Fensterrahmen und Türen grün oder blau. Dazu gehörte auch das Verbot großer Reklametafeln, von Strommasten und Hochhäusern. Wahrscheinlich ist es genau das, was den Charme und die Unverwechselbarkeit der Insel ausmacht. 

Gran Canaria

Die mit 236 Kilometer traumhaft lange Küste, bunten Handwerkermärkten und spannenden, kulinarischen Köstlichkeiten für jeden Geschmack ist ein Mekka für jeden Gast. Gran Canaria ist nicht nur die drittgrößte Kanareninsel und ein einzigartiges Urlaubsparadies, sondern auch ein Mekka für Künstler aller Art. Für mich wird so jeder Spaziergang zum Besuch in einem wunderschönen und kostenfreien Open-Air-Museum. Zu entdecken gibt es für mich und die jährlich mehr als 4,7 Millionen Touristen eine Menge. Besonders Graffiti-Künstler haben Gran Canaria ins Herz geschlossen. Die Themen und Motive sind schier unendlich. Meine Augen können sich garnicht genug sattsehen an den Motiven und Themen. Eins ist jedenfalls sicher, für die Insel sind die Künstler eine unglaubliche Bereicherung. Das berühmteste Wahrzeichen der Insel ist jedoch nicht zu übersehen: Der Berg Roque Nublo (Wolkenfels) dominiert mit seinen 1.815 Metern die Insel und ist von den sehr gut ausgebauten Verkehrswegen rund um die Insel leicht zu erkennen. Ein weiteres Wahrzeichen der Insel ist der „Draco“, also der Drachenbaum. Lange Zeit galt er als heilig. Da sich sein harz bei Kontakt mit der Luft rot verfärbt, hielten es frühere Generationen für Drachenblut, das eine heilende Wirkung haben soll.

 

Sicherlich auch heilend auf Geist und Stimmung ist der kurze Abstecher zu den wohl berühmtesten Sanddünen Europas, den Wanderdünen von Maspalomas. Sie stehen nicht nur unter Denkmalschutz, sie sind auch ständig in Bewegung. Allerdings kommen sie pro Jahr nur fünf bis zehn Meter in Richtung Westen voran, wo sie von einer Meerwasserlagune aufgehalten werden.

 

Meine Tagesreise führt mich weiter nach Puerto de Mogan, im Südwesten der Insel. Einfach traumhaft der Hafenort mit seinen charmanten und bunten Appartementhäusern und kleinen Hotels, direkt am Wasser. Daher wird dieser Ort auch das Venedig von Gran Canaria genannt. Hier führen zahlreiche kleine Brücken über den Kanal vom Hafen in den Ort. Ich könnte noch Stundenlang verweilen, aber schließlich will ich noch unbedingt die Hauptstadt der Insel – Las Palmas kennenlernen.

 

Las Palmas de Gran Canaria – so der richtige Name der Hauptstadt hat etliches zu bieten. Selbst Christoph Kolumbus machte hier 1492 Halt und ließ sich mit der Entdeckung Amerikas noch etwas Zeit. Las Palmas soll als die Stadt mit dem besten Klima der Welt gelten. Ob das so stimmt, kann ich leider nicht nachprüfen, jedenfalls sind die derzeitigen Nachmittagstemperaturen mit 31 Grad Celsius alles andere als angenehm. Ursache ist der derzeitige feinkörnige Sandsturm aus Afrika kommend, Calima genannt, ein ständig wiederkehrendes Wetterphänomen auf den Kanaren. Der hängt wie eine Glocke über der Insel.

Jedenfalls lasse ich mich nicht von meiner Entdeckertour abhalten und beginne meine Tour an einen der beiden großen Stadtstrände, die Las Palmas so besonderes machen: dem Playa de Las Canteras, der mehr als drei Kilometer lang ist. Für die Einheimischen ist er ein beliebter Rückzugsort, eine Art „Central Park“ mit Sand und Meer.

Auch die Innenstadt lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. So eine Tour macht hungrig und durstig. So entscheide ich mich für einen Abstecher zum Mercado del Puerto de la Luz, dem großen Hafenmarkt. Hier ist die große und einladende Auswahl an landestypischen Köstlichkeiten nicht einfach. Ich entscheide mich kurzerhand für eine große Portion Tintenfisch, auch Pulpo genannt. Das Gericht sieht merkwürdig aus, keine Frage, doch wer einmal auf den Geschmack kommt, wird ganz süchtig nach der gekochten Krake. Egal ob als Salat, frisch vom Feuer oder einfach nur gekocht. Der „Pulpo“ ist eine echte Delikatesse. Noch ein wenig bummeln, entlang der Kathedrale Santa Ana, vorbei am Kolumbusmuseum Casa de Colon, dann heißt es Abschied nehmen und zurück zum Schiff.

La Gomera

Neuer Tag, neue Insel: Am zehnten und damit vorletzten Tag meiner Kreuzfahrt legen wir in San Sebastian an. Das Tagesprogramm vermittelt mir einen sicherlich spannenden Tag. Denn unter dem Motto: „Mit einer perfekten Portion Vitaminen, fit in den Tag“ habe ich die Wahl zwischen einer fünfstündigen Panoramafahrt inklusive einer zweistündigen Wanderung durch den Nationalpark Garajonay, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ich entscheide mich, die gemütliche Hafenstadt wieder auf eigene Faust zu erkunden. Mit knapp 20 Kilometern von Nord nach Süd nach El Hierro die zweitkleinste der Kanaren. Eine Besonderheit der Insel: Vor zwei Millionen Jahren fand hier der letzte Vulkanausbruch statt. Durch Wassererosion bildete sich ein steiles Relief, durchzogen von tiefen Schluchten.

 

Wiederum verzichte ich auf eine geführte Bergwanderung durch die sicherlich sehr beeindruckende Vegetation des Barranco del Agua und das Valle Grand Rei, der dort angelegten und riesigen Bananenplantagen. Später an Bord erfuhr ich von einem Tourteilnehmer, dass im „Tal des großen Königs“ in den 1970iger bis 1980iger Jahren, es ein beliebter Treffpunkt für Hippies gewesen sei. Ein wenig ärgere ich mich schon, hätte ich doch die Tour mitmachen sollen. Aber das kann ich ja später auf einer weiteren Reise sicherlich noch nachholen.

Mein Fazit:

Eine Kanaren-Kreuzfahrt - besonders mit einem kleineren Schiff – erweisen sich zu jeder Jahreszeit als perfekt. Die Flugzeiten sind überschaubar, die Inseln bieten den optimalen Urlaubsspaß. Im Verbund mit dem Schiff, seiner tollen Besatzung und den erlebbaren Höhepunkten der Kanarischen Insel eine unvergessliche Zeit, an die ich mich noch viele Jahre lang gern erinnern werde. Der sich selbst als Gelegenheitsaphoristiker bezeichnende Andreas Bechstein bringt es auf den Punkt: „Eine lange Reise hört nicht am Ziel auf. Ein Stück von uns wird im Geiste immer weiterreisen“



Mit der MSC FANTASIA dem Winter entfliehen (Spanien, Italien, Frankreich)

Meine Reise mit der MSC FANTASIA – Mit jedem Hafen das Beste

Udo HORN, Dezember 2021

Um mir ein besonderes Weihnachtsgeschenk zu machen und dem deutschen Corona-Alltag für eine kurze Zeit zu entfliehen, entschloss ich mich kurzfristig für eine Reise mit der MSC FANTASIA ins westliche Mittelmeer. Die seeseitige Routenführung von Genua, Neapel, Palma de Mallorca nach Marseille und zurück nach La Spezia versprach einige Highlight in Hafenstädten, die ich selbst noch nicht direkt bereisen konnte.

Heute hier, morgen dort – ich als Kreuzfahrtpassagier liebe es, jeden Morgen in derselben Koje, aber in einer anderen Stadt aufzuwachen. Selten bekommt man so eine Vielfalt unterschiedlicher Kulturen und Eindrücke geboten. Besonders schön ist es, wenn der Hafen stadtzentral liegt und man direkt vom Schiff aus, an den geführten Ausflügen (aufgrund von Corona nur in dieser Form derzeit möglich) gehen kann.

 

Kaum ein Reisegebiet eignet sich so ideal für eine einwöchige Kreuzfahrt. Schon das wesentlich angenehmere Klima als in Deutschland selbst, sorgte bei mir für eine positive Grundstimmung.

Bereits von Weitem ist sie zu sehen. Kein Wunder, überragt die MSC FANTASIA der italienischen Reederei MSC Cruises, mit ihren 18 Decks und knapp 70 Metern Höhe mühelos die Häuser und Kirchtürme der italienischen Stadt La Spezia, meinem Ausgangshafen für diese Reise.

Das Schiff, welches am 20. Dezember von hier auf Reise ging, machte auf mich von Anfang an einen optisch sehr guten und modernen Eindruck. Und dass, obwohl das Schiff bereits seit mehr als 12 Jahren im Einsatz ist. Die MSC FANTASIA war zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung mit einer Vermessung von 138.000 BRZ das größte Passagierschiff, das je für eine europäische Schifffahrtsgesellschaft gebaut wurde. Sie ist namensgebend für die bezeichnende Fantasia-Baureihe mit den Schwesterschiffen SPLENDIDA, DIVINI und PREZIOSA. Das Schiff hat 18 Decks; bis zu maximal 3.960 Passagiere und 1.325 Crewmitglieder reisen in „normalen“ Zeiten mit ihr.

 

Innen alles in farblich abgestimmter Vielfalt, wurde ich beim ersten Rundgang positiv überrascht.  Ich spürte den italienischen Esprit und die Leichtigkeit einerseits und die gediegenen Räume als Ruhepol für ältere Passagiere.

Für die mitreisenden Passagiere stehen ein Kids Pool, ein AquaPark, ein 4D Kino, ein Formel1-Simulator sowie ein überdachter Pool und ein Außenpool in der Schiffsmitte zur Verfügung. Freunde italienischer Küche werden in den Restaurants mit typisch italienischen Gaumenfreunden beglückt. Gern hätte ich mir jedoch zu jeden Mahlzeiten eine Auswahl an Gewürzen gewünscht und sei es nur in Form von Salz und Pfeffer gewesen, aber das scheint nach meinen Erfahrungen wohl auf jedem MSC-Schiff der Fall zu sein.

 

Da das italienische La Spezia nur Zustiegshafen für meine einwöchige Seereise war, nutze ich die nächstfolgende Möglichkeit, im Rahmen eines geführten Ausflugs die Umgebung um Neapel zu erfahren.

 

Nach Abschluß des Ablegemanövers am frühen Abend segeln wir nach Süden, wo Korsika auf der Steuerbordseite meines einwöchigen Zuhauses zu sehen ist, während die Insel Capraia, Elba und Montecristo auf der Backbordseite zu sehen sind, bevor wir am späten Abend einen Südost-Kurz in Richtung Neapel einschlagen.

Neapel – Entlang der ligurischen Küste

Bevor der Hafenlotse für das Anlegemanöver in Genua gegen Mittag an Bord kommt, kann man schon die Halbinsel von Sorrent erkennen. Neapel, die Hauptstadt der Region Kampanien, die sich fast in der Mitte des gleichnamigen Golfs erhebt, der von Vulkan Vesuv „beherrscht“ wird und eine der Weltstädte mit der höchsten Dichte an kulturellen, künstlerischen und monumentalen Ressourcen ist. Goethe hat schon in seiner Italienischen Reise 1787 über Neapel geschwärmt: „Vedi Napoli e poi muori! – Sieh Neapel und  stirb!-

Das will ich mir aber jetzt noch nicht zur Maxime machen, habe ich doch schließlich für die Tour reichlich an Euros bezahlt und habe die Absicht, noch einiges auf dieser Reise zu erleben. Natürlich hat sich zwischen 1787 und heute einiges getan, was der Stadt einen eher morbiden Charme verleiht. Auch außerhalb von Neapel lässt sich einiges erkunden.

 

Mit dem Reisebus und einer auch deutschsprechenden Reisebegleiterin ging es am Mittag durch die Altstadt von Neapel, vorbei am schlafenden Vulkan Vesuv entlang der wunderschönen Amalfiküste direkt nach Amalfi und Camogli, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Entlang der gut ausgebauten aber engen Küstenstraßen ging es – teils in atemberaubenden Kurven zuerst bis nach Amalfi, für einen ausgedehnten Fotostopp. Die ganze Stadt scheint direkt aus dem Berghang zu wachsen, der die Küste flankiert. Besonders beeindruckend, die teils sehr engen Gassen voller Farben und mit ihren typischen Handwerkerläden sowie einmaligen Produktangeboten der Region.   Ich kann mich garnicht genug satt sehen, an der überwältigenden Farbenpracht und weihnachtlichen Stimmung dieses Ortes. Wenig später geht es weiter in das nahe gelegene Fischerdorf Camogli.

Der Kiesstrand im Fischerdorf Camogli bildet den perfekten Kontrast zu den darüber liegenden orangefarbenen Häusern, die sich in einer Welle von Farben um die Bucht schlängeln. Das Leben hier konzentriert sich auf das Wasser, und es gibt viele Orte, an denen man sitzen und den Blick auf die Wellen am steinigen Ufer genießen kann. In der Nähe liegt auch der Ort San Fruttuoso, eine kleine Bucht, die nur über das Meer oder zu Fuß erreichbar ist. Wahrlich eine absolute Augenweide für jeden Italienliebhaber.

 

Die landschaftlich reizvolle Rückfahrt nach Neapel und damit zum Schiff schloss die Tour ab.

Palma de Mallorca – Die Urlaubsinsel der Deutschen

Der Seeweg nach Palma de Mallorca führt entlang der Küste dieser grandiosen und vielfältigen Insel. Am frühen Morgen erkenne ich bereits die Westküste der Insel Palma de Mallorca und die Insel Menorca an der Steuerbordseite des Schiffes.

Die 400.000 Einwohner zählende Stadt, die zugleich auch Hauptstadt der Balearen und die größte Stadt des Belearen-Archipels ist, will erkundet werden, auch wenn die knappe Liegezeit von sechs Stunden kaum dazu ausreicht. Also entscheide ich mich wieder für einen geführten Tourausflug und begebe mich in die Obhut einer auch deutschsprechenden mallorquinischen Reisebetreuerin.

 

Zu meinem Bedauern lässt uns auch heute das Wetter wieder im Stich. Es regnet zwar nicht, aber vom sonnenreichen Wintertagen auf der Insel ist wenig zu sehen. Dank des mediterranen Klimas herrscht in der Stadt trotzdem eine Durchschnittstemperatur von 17 Grad.

Der Ausflug ist leider „unspannend“. Es sind hauptsächlich italienische Gäste die die angebotene Tour buchen. Das in Palma immer etwas los sei, kann ich diesmal – wohl auch wegen der angespannten Coronalage -  nicht bestätigen.

Ich erfahre jedoch, dass die Stadt seit der Antike von verschiedenen Zivilisationen bewohnt war, darunter von Römern, die 123 v. Chr. unter Führung des Konsuls Quinto Cecillo Metello nach der Eroberung Palmas eine Kolonie gründeten. Dank ihrer strategischen Lage wurde sie im Laufe der Zeit zum Drehkreuz des Handels zwischen den großen Hafenstädten des westlichen Mittelmeers.

 

Nach knapp zwanzig Minuten später stehe ich direkt gegenüber dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, der Kathedrale La Seu, die im Laufe von 500 Jahren errichtet wurde. Das herrliche gotische Gebäude mit den etwa 110 Meter langen Hauptschiff fasziniert durch die 14 schlanken und knapp 22 Meter hohen Säulen und thront wie eine Glucke über dem Meer. Von außen wirkt die Kathedrale lange nicht so hoch und licht wie von innen. Einst spiegelte es sich im Meer, das bis an die Mauern heranreichte. Heute kontrastiert es mit dem vorgelagerten Parc de la Mar mit See, Blumen und Plastiken und dem Podium Ses Voltes. Ich lasse alles auf mich wirken und bedauere, das einfach zu wenig Zeit zum Entdecken der faszinierenden Stadt blieb.

Barcelona – Unbedingt eine Reise wert

„Barcelona!“ – wer erinnert sich nicht gerne an das musikalische Duett von Freddy Mercury und Monserat Caballe, die gemeinsam die Schönheit der Stadt besingen. Ja, diese Stadt ist für viele Menschen ein wahrer Sehnsuchtsort.

Heute ist Barcelona der grösste Kreuzfahrthafen in Europa. Am weitesten von der sichtbaren Innenstadt entfernt, liegen mehrere Terminals, die sich an einer eigenen Mole, die insgesamt bis zu sieben Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig abfertigen kann. Am 24. Dezember waren wir das einzige Schiff, welches am Terminal A festmachte.

Man sollte schon wirklich viel Zeit einplanen, um das herrliche Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens mit seinen unendlich prachtvollen Bauten, unter anderem auch die des Jugendstil-Architekten Gaudi kennenzulernen.

 

In nur knapp drei Stunden befuhren wir – die mit einem Reisebus möglich - schönsten Punkte der Innenstadt und des Außenrings Barcelonas.

Unbedingt sehenswert das gotische Altstadtviertel mit der Kathedrale Santa Eulalia, dem Rathaus an der Place de Sant Jaume und der unvollendeten Sagrada Familia. Leider war eine Besichtigung meiner Gruppe nicht eingeplant, was ich doch sehr bedauerte. So blieb nur die kurze Sicht von außen. 144 Jahre nach Baubeginn und pünktlich zu Gaudis 100. Todestag soll die berühmteste Touristenattraktion Barcelonas im Jahre 2026 endlich fertig werden.

Unbedingt sehenswert ist die  – zur Zeit meiner Reise wenig belebte - Allee La Rambla. In Zeiten ohne Coronabeschränkungen schieben sich Tausende Touristen aus aller Welt über den Boulevard. Gleich neben der Rambla sieht man vom Reisebus aus die Placa Reial, einen der schönsten Plätze der Stadt mit einem hübschen Springbrunnen und von Gaudi entworfenen Laternenmasten. Für den perfekten Blick fahren wir abschließend zur Ausgangsstation der Seilbahn auf den Montjuic. Hier genieße ich die tolle, aber durch  Wolken verhangene Aussicht auf den Hafen und  die Stadt. Auf dem Rückweg zum Schiff machten wir als kleine Reisegruppe noch einen Abstecher zum größten Fußballtempel Spanien, dem Camp Nou.  Dieses Station bietet Platz für fast 100.000 Menschen und ist jedes Jahr Schauplatz internationaler Spiele.

 

 

Es ist auch ein beeindruckendes Konzert- und Veranstaltungszentrum, in dem schon Künstler wie Sting, Peter Gabriel, U2 und Bruce Springsteen aufgetreten sind. 1982 zelebrierte Papst Johannes Paul II. in diesem Station sogar eine Messe, wobei er bei dieser Gelegenheit auch zum Ehrenbürger von Barcelona ernannt wurde. Der Ausflug klang entsprechend entspannt mit der Rückfahrt zum Kreuzfahrtterminal aus.

Marseille – Französische Hauptstadt der Provence

 

Nachdem die MSC Fantasia die ganze Nacht in nordöstlicher Richtung durch den Golf von Lyon gefahren ist, erreicht es am frühen Morgen die französische Küste und wird Ausgangspunkt für meinen vorletzten Tourstopp. Marseille wurde im Altertum von den Griechen gegründet. Gut über 860.000 Einwohner bei einer Bevölkerungsdichte von 3583 Einwohnern je Quadratkilometer machen Marseille zu einer Großstadt inmitten der Provence, die zwar auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, aber dennoch jung geblieben ist.

Die Stadt bietet seinen Besuchern die Authentizität von 26 Jahrhunderten Geschichte. Marseille wird manchmal auch als kleines Paris bezeichnet. Verstecken muss sich die französische Stadt an der Côte d’Azur allerdings nicht hinter der Hauptstadt und das nicht nur, weil das Stadtgebiet mehr als doppelt so groß wie Paris ist. Das Stadtgebiet ist mit 240 Quadratkilometern sehr groß, umfasst aber nicht nur bebautes Gebiet, sondern auch weite Naturflächen wie umliegende Gebirge.

 

Der größte Kreuzfahrthafen Frankreichs ist das Tor für Ausflüge in die Innenstadt, dem Alten Hafen und in die Provence. Ich entscheide mich für eine Tour zur 162 Meter über der Stadt liegenden Kathedrale Notre-Dame-de-la-Garde. Diesen neobyzantinischen Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte ich schon aus der Ferne vom Schiffsliegeplatz, hoch über der Stadt thronend, erkennen. Oben angekommen, ist die Beschaulichkeit, die in den Gassen herrschte schnell dahin; Zahlreiche Reisebusse anderer Veranstalter machen bei den Besichtigungen natürlich hier Halt. Aber die Aussicht lohnt, etwa auf die Ili dÌf, wo Dumas „Graf von Monte Christo“ im Gefängnis einsaß. Die Basilika, die im Volksmund "La Bonne Mère" genannt wird und deren Madonnenstatue die Stadt und ihre Einwohner beschützt, wurde zwischen 1853 und 1864, dem Jahr ihrer Weihe, errichtet. Sie ist eine der Haupttouristenattraktionen und zieht jedes Jahr mehr als 800.000 Besucher an.

 

Nächster Stopp: der Alte Hafen Vieux Port. Er ist Dreh- und Angelpunkt für die Urlauber und Durchreisenden. Durch Frankreichs „Tor zum Orient“ sind sogar Fahrten mit der Fähre nach Nordafrika, genauer gesagt nach Algerien und Tunesien, möglich.

Während der Antike und im Mittelalter entwickelte sich die Stadt nur am Nordufer des Hafens. Erst 1666 begann die Entwicklung der Stadt in Richtung Süden. Heute ist die Umgebung des Vieux Port teilweise zur Fußgängerzone umgestaltet worden. Der britische Architekt Norman Foster und der französische Landschaftsarchitekt Michel Desvigne haben den Zuschlag für die Neugestaltung des Stadtkerns erhalten.

Weiter geht es mit dem Bus an der Prachtstraße Canebière, unserer letzten Station, bevor es wieder Richtung Schiff geht. 

Genua – Die Stolze

Auf dem Weg zur letzten Station meiner Reise, erreicht mein Schiff das italienische Genua.

Genua ist der Heimathafen der MSC-Flotte und auch die Geburtsstadt Christoph Columbus.

„La Superba“, die Stolze, nennen die Italiener ihre ligurische Hafenstadt. Der Binnenhafen Porto Vecchio, zu dem das größte Aquarium Europas gehört, grenzt direkt an das historische Zentrum Genuas.  Ich entscheide mich für einen Ausflug entlang der Küste.

Unsere Bustour führt direkt vom beeindruckenden Cruise-Terminal, ein historisches Hafengebäude, in die Innenstadt. Durch das Fensterglas des Busses erkennt man die Pizza De Ferrari, die Via Roma und die Via 25 Aprile, die eigentlich mit ihren zahlreichen Luxusboutiquen zum Kauf locken.

 

Mit einer Standseilbahn kann man alle 20 Minuten vom Largo Zecca zum über 300 Meter hoch gelegenen Vorort Righi fahren, mit einem belohnenden Blick auf Genua, den Kreuzfahrthafen und die Küste. Leider ließ mich das Wetter bei diesem beeindruckenden Blick im Stich, denn es regnete leicht und außerdem sorgte Nebel für eine unklare Sicht.

La Spezia – Die Reise ist beendet

In den frühen Morgenstunden fahren wir in den Golf von La Spezia ein, der auch als „Golfo Dei Poeti“ (Golf der Dichter) bekannt ist, wo man bereits die Insel Tino, La Palmarie und die herrlichen Dörfer Porto Venere und Lerici sehen könnte, wenn es nicht so dunkel und bewölkt wäre. La Spezia ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Ligurien.

Gegen sieben Uhr - gemeinsam mit den weiteren 2.300 Passagieren – schieben wir uns achteraus in den Industriehafen hinein. Ausschiffung ist in der Regel kein Vergnügen, da die Kabinen zumeist bereits um acht Uhr geräumt werden.  Auch wenn die großen Koffer - zum Glück hatte ich nur einen – schon nachts vorher vor die Tür gestellt und von der Crew eingesammelt werden, um sie nach dem Anlegen im Terminal bereitzustellen, hat man in der Regel noch Handgepäck und das Nötigste dabei. Und selbst wenn der Flug erst später geht, muss man leider schon das Schiff verlassen. Eine einwöchige Reise geht leider zu Ende.

Trotzdem. Es war eine lehrreiche Reise für mich. Ich habe das Schiff und neue Destinationen kennen- und schätzen gelernt. Mein Fazit: Wer reist, macht neue Erfahrungen und hat auch was zu erzählen. Und genau das war der Sinn meiner Reise, etwas Neues und Interessantes über Menschen, Länder und Schiffe zu erfahren. 



Mit der MSC Seaview zu den Metropolen der Ostsee (Dänemark, Schweden und Estland)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der MSC Seaview zu den Metropolen der Ostsee

Reiseeindrücke von Udo Horn

Kiel, 3. Juli Ankunft gegen 14.00 im Kieler Hafen.

Meine erste größere Kreuzfahrt nach dem weltweiten Kreuzfahrt-Stopp kann beginnen. Mit der MSC Seaview steige ich auf eines der innovativsten und modernsten Schiffe des Unternehmens auf. Mit dem voll ausgestatteten Terminal und dem dazugehörigen Liegeplatz im Ostuferhafen haben die Gäste von Kreuzfahrtreisen einen perfekten Start in einen sicheren und entspannten Kreuzfahrturlaub. Nach einer langen Phase des Kreuzfahrtstopps können die Gäste von MSC Cruises endlich wieder vollumfängliche Kreuzfahrten ab Deutschland genießen – mit geschützten Landausflügen und allen Sicherheitsmaßnahmen, die durch das branchenführende Gesundheits- und Hygieneprotokoll von MSC Cruises garantiert werden. Auf der 7-Nächte-Kreuzfahrten ging es von Kiel aus zu den märchenhaften Landschaften Gotlands (Visby) sowie den baltischen Metropolen Stockholm (Nynäshamn) und Tallinn. Entspannt und bei ruhiger See beginnt mein erster Tag an Bord. Es bleibt also genügend Zeit, sich das Schiff von allen möglichen Positionen aus zu betrachten und zu bestaunen.

Zum Schiff: Mein kurzfristiges „Zuhause auf See“ wurde 2018 in Dienst gestellt und hauptsächlich für warme Fahrtgebiete, wie zum Beispiel für den Einsatz in der Karibik konzipiert. Das Schiff, mit seinen 323 Meter Länge und 41 Meter Breite, bringt seine Gäste wieder näher ans Meer heran. Mit einem HeckPool auf Deck 7, einer breiten Promenade und einer sehr offenen Gestaltung der Innenräume wirkt das Schiff insgesamt sehr großflächig. Das Schiff schafft eine einzigartige Verbindung zwischen Gästen und Meer, etwa durch die nahezu 360 Grad umfassende Promenade dicht bei der Wasserlinie, Panorama-Lifte oder spezielle Kabinentypen mit großzügigen Outdoor-Bereichen Die Seaview ist nahezu baugleich mit der MSC Seaside. Kennzeichnend von außen ist der SUNSET BEACH POOL am Heck des Schiffes mit den verglasten Panoramaaufzügen. Diese fahren direkt auf Deck 16 zur „BRIDGE of SIGHTS“. Dieser gläserne Steg am Heck des Schiffes wurde als ultimativer Aussichtspunkt des Schiffes konzipiert und ist in 40 Metern Höhe zum Ort für das perfekte Foto geworden. Wagemutige, die nach einem außergewöhnlichen Abenteuer suchen, flitzen auf einer 105 Meter langen Zip-Line über das gesamte Oberdeck bis zur Ziellinie am Heck des Schiffes. Das Schiff ist auch in den Innenbereichen eine Entdeckungsreise wert. Das beeindruckende Atrium, das sich über drei Decks erstreckt, mit Swarovski-Treppen verbunden ist und von den Fenstern mit Licht gefüllt werden, ist das Herzstück und der zentrale Mittelpunkt. Drei große LED-Bildschirme sowie Balkone über der Bar, dienen den Gästen zur Unterhaltung, die in diesem Bereich den ganzen Tag über und bis in den Abend hinein stattfindet. Zwanzig Decks hat dieses „Sonnenschiff“ und ist damit rund 72 Meter hoch. 1413 Crewmitglieder und 5331 Passagiere können mit dem Schiff zur See fahren. Während meiner Erstreise ab Kiel am 3. Juli waren es weitaus weniger Gäste, jedoch aber nur ein Drittel weniger Crewmitglieder. Gründe dieser Entscheidung waren sicherlich die Absicherung der wesentlich erweiterten Hygeniemaßnahmen in allen Bereichen des Schiffes. In allen öffentlichen Bereichen stehen den Gästen 10,5 Quadratmeter pro Passagier zur Verfügung. 2066 Kabinen hat das Schiff, 1314 davon haben einen eigenen Balkon. 28 der Balkonkabinen haben sogar einen eigenen Pool. Besonderes familienfreundlich sind die Modular-Kabinen, die auch für große Familien mit bis zu zehn Reisenden gemeinsam genutzt werden können. Die Gewichtung des Raumangebotes wurde, gegenüber den vorhergehenden Schiffen – neu konzipiert. So hat das ODEON-Theater nur 934 Sitzplätze. Für ein Schiff mit Platz für über 5000 Reisende eine auffallend geringe Zahl. Das Theater ist außerdem mittig im Schiff und breitet sich in der Höhe auch nur auf zwei Decks aus. Der Grundliegt eher daran, dass das Schiff, wie bereits am Anfang erwähnt, den Schwerpunkt auf seine Außenaktivitäten und dem Einsatzgebiet Karibik legt. Die Promenade ist aber auch der Ruhepol des Schiffes mit vielen gemütlichen Sitzecken und Liegestühlen. Lebhafter geht es – auch trotz verschärfter Gesundheitsbestimmungen - dagegen am POOLDECK zu. Hier gibt es eine über 100 Meter lange Zipline-Seilrutschen, (leider war sie während meiner Reise nicht im Betrieb) einen kombinierten Wasser- und Kletterpark, rasante Wasserrutschen und die spektakuläre Glasbodenbrücke – auch Seufzerbrücke genannt - auf Decks 16 mit direktem Blick hinab zum Pool neun Decks tiefer. Exzellent, wenn auch nicht gerade günstig (von 25 – 45 Euro Zuzahlung pro Person), sind die Spezialitätenrestaurants wie das Ocean Cay, das Steackhouse und die Asian Market Kitchen, die teils in Kooperation mit Sterneköchen konzipiert wurden. Ganz neu gestaltet ist der Suitenbereich MSC Yacht Club. Die Aussichtslounge mit freiem Blick nach vorn ist hier zwei Decks hoch, das Restaurant auf einem etwas zurückversetzten Balkon ist in der oberen Ebene integriert. Noch ein Deck höher liegen der exklusive Pool und das Yacht-ClubSonnendeck. Eigene Fotos kann ich Euch leider nicht zeigen, da ich doch für eine andere Passagierklasse eingebucht hatte.

Hej Stockholm! Die schwedische Hauptstadt heißt uns am sehr frühen Morgen des vierten Reisetages gegen sechs Uhr mit einer tollen Einfahrt in die Schären bei super Wetter Willkommen. Ich kann es kaum erwarten, das Venedig des Nordens ein wenig zu erkunden. Stockholm wird wohl einer der Höhepunkte meiner Reise werden. Die Stadt verteilt sich auf 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Etwa ein Drittel der Stadt sind Wasserflächen. Die etwa 55 Seemeilen (etwa 100 km) ins Landesinnere eingerückte Lage von Stockholm macht die An- und Abreise per Schiff besonders interessant. Denn die Stadt ist von circa 24.000 Inseln, Schären genannt, umgeben. Die meisten dieser Inseln sind unbewohnt oder sind nur mit einem kleinen Häuschen und einem Bootssteg bebaut. Vom Hafen in Nynashämm fahren wir zirka 45 Minuten mit dem Bus zur Innenstadt in Stockholm. Um sich einen allgemeinen Eindruck dieser faszinierenden Weltmetropole zu machen, habe ich mich für eine Panaromafahrt durch Stockholm entschieden, wohlwissend, dass ich dabei nur einen kleinen Teil dieser Metropole gesehen und erleben konnte. Im gesamten Großraum leben ca. 2,3 Millionen Menschen. Zu entdecken gibt es eine Unmenge an Sehenswürdigkeiten: Zum Beispiel das historische Stadtzentrum auf der Insel Gamla Stan oder das Stadshus Stockholm, welches als das Rathaus der schwedischen Hauptstadt dient. Außerdem warten in Stockholm viele verschiedene Museen auf interessierte Besucher. Auch das Skansen Freiluftmuseum, Museum für moderne Kunst oder das Nationalmuseum sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Stockholms großes Glück ist, dass das einst konfliktfreudige Schweden mehr als 200 Jahre lang nicht mehr in den Krieg gezogen ist und die Stadt auch die beiden Weltkriege fast ohne Schäden überstanden hat. So blieben viele alte Gassen, prachtvolle Paläste, Kirchen und Schlösser erhalten. Die Lage ist es, die St. So einzigartig macht. Es sind meist nur wenige Schritte – und man ist wieder am Wasser. Rund um das Rathaus – unser Ausgangspunkt für eine einstündige Entdeckung der näheren Umgebung – plätschert Wasser. Das ist kein Zufall, denn der Architekt Ragnar Östberg war von seinen zahlreichen Studienreisen in Venedig und den venezianischen Palästen begeistert und wollte St.. Vergleichbares schaffen.

Zahlreiche historische und einmalige Ausflugsboote und Schärendampfer fahren entlang der verwinkelten Wasserwege. Die schwedische Hauptstadt liegt eingebettet in Wäldern malerisch zwischen Mälarsee und Ostsee, von der sie ein Schärengarten aus tausenden Inseln und Felsenbauten trennt. Schlösser, Prachtbauten, Museen und eine lebendige Kulturszene sorgen für eine sehr hohe Lebensqualität. Es ist für mich ein wahrer Hochgenuss, diese Stimmung mit allen Sinnen aufzunehmen. Leider drängt unser charmanter Reiseleiter, vorerst Abschied von diesen Eindrücken zu nehmen, denn die fast 1-stündige Rückfahrt zum Schiff muß noch zeitlich eingeplant werden, zumal auch in Stockholm bei dieser späten Nachmittagszeit mit zunehmenden Feierabendverkehr zu rechnen ist. Gern hätte ich noch viel mehr gesehen und erlebt, zum Beispiel die GAMLA STAN – das historische Zentrum von St. oder das schwedische Schifffahrtsmuseum mit seinem wohl berühmtesten Schiff seiner Zeit, der WASA, oder das ABBA – Museum oder den ersten urbanen Nationalpark der Welt, der EKOPARKEN oder, oder…. Die Liste meiner Wünsche ist lang, nun aber ist es Zeit in den Bus zu steigen und vorerst Abschied zu nehmen, von dieser beeindruckenden Weltmetropole Stockholm.

Erholung auf See Nach den intensiven Eindrücken der letzten Tage kommt für mich ein erneuter Seetag genau richtig. Ich kann das Erlebte in Ruhe reflektieren, mich an den Pools entspannen und einfach nur die Vorzüge meines derzeitigen Hotels auf See genießen. Der Abend wird wieder sehr abwechslungsreich, da man sich bei zahlreichen künstlerischen Vorträgen oder anderen Unterhaltungseinlagen berieseln lassen kann, um dann entspannt in die Kabine zu verschwinden.

 

Mein nächstes Etappenziel der Reise –Tallinn, die Hauptstadt von Estland.

Die mögliche Auswahl an den gebotenen Ausflugsprogrammen ist sehr vielfältig. Sie reichen von der Besichtigung der gotischen Schätze von Tallinn bis Kunst und Architektur der Stadt. Ich habe mich für eine fast 4-stündige Panoramafahrt entschieden. Das diese Entscheidung die richtige wahr, wird mir kurz vor Ende der Tour bewußt. Dazu aber später mehr.

Zu Sowjetzeiten war es grau und verfallen. Heute ist Tallinn ein Juwel. In Tallin liegen Modernität und historische Umgebung nahe beieinander – vor allem geografisch. In der 500.00-Einwohner-Stadt ist es ein Katzensprung vom Geschäftszentrum der Stadt mit ihren zahlreichen „Wolkenkratzern“, modernen Hotels, luxuriösen Restaurants und Einkaufszentren bis zur mittelalterlichen Altstadt, eines der am besten erhaltenen hanseatischen Stadtzentren der Welt.600 Jahre lang galt in der Hansestadt, die einst Reval hieß, das sogenannte Lübecker Recht. Eine Epoche, die heute gefeiert wird. Das moderne Tallinn hat sich rund um die Altstadt entwickelt und besteht aus städtischen Wohnblocks im modernen und sowjetisch geprägten Stil sowie einem wachsenden Stadtzentrum. Die meisten Gebäude stammen aus dem 20. Oder 21. Jahrhundert, jedoch sind auch immer wieder Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Vor allem die gut erhaltene Ganzheit und Struktur sind es, die die Altstadt Tallinns auszeichnen und ihre Stellung als UNESCO-Weltkulturerbe rechtfertigen. Die mächtigen Schutzanlagen aus dem Mittelalter haben Tallinn vor Zerstörungen geschützt. Und auch von massiven Umbauten ist die Altstadt verschont geblieben. Dementsprechend gibt es viele Sehenswürdigkeiten, angefangen beim Schloss auf dem Domberg über den malerischen Rathausplatz bis zur Domkirche St. Marien. Ohnehin bietet sich auf dem Domberg ein toller Ausblick über die Stadt. Mein Fazit dieses 3-stündigen Ausfluges – Um den Charme und die Schönheit der Altstadt von Tallinn zu entdecken, gibt es keinen besseren Weg als einen Spaziergang entlang der Straßen und Denkmäler. Leider hatten wir als kleine Reisegruppe nicht ausreichend die Zeit, mehr von dieser Stadt kennenzulernen, denn zeitliche Zwänge des Reiseveranstalters und des zunehmenden Dauerregens starken und Gewitterausbrüche verkürzten eine ausgedehnte Rundreise, so dass ich bestimmt noch einmal zu dieser beeindruckenden Stadt zurückkommen werde. Gern auch bei wesentlich mehr Zeit und vielleicht auch besserem Wetter.

 

Kiel - Ausschiffung, Abreise

Obwohl die Schiffsfreigabe für Passagiere in Kiel erst für 10 Uhr geplant war, mussten alle Gäste die Kabinen bereits bis 8 Uhr freigeben. Meine Koffer wurden schon in der Nacht zuvor zur Ausschiffung abgeholt. Wie schon am Abfahrtstag, zeigte sich das Wetter in Kiel wieder von seiner Sonnenseite. Da Samstag war, begleiteten uns bereits weit vor der Kieler Förde viele kleine Segel- und Motorboote auf unserem Weg. Durch das schöne Wetter konnte man die letzten Stunden bis zur Ausschiffung entspannt auf dem Sonnendeck verbringen. Das Ausschiffen ging im Gegensatz zum Check-In am ersten Urlaubstag sehr zügig und war hervorragend von der Verantwortlichen an Bord und Land geplant. Schnell vergingen die sieben Tage an Bord, meiner Meinung nach einfach zu schnell. Aber so urteilt wohl jeder, der eine entspannte und von den Reisezielen her betrachtet, interessante Reise erleben konnte. In jedem Fall werde ich die beiden besuchten Metropolen der Ostsee später noch einmal besuchen, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

(Text & Fotos: Udo HORN)



Erfurt und  die BUGA

  

Blühende Oasen laden zum Verweilen ein – Ein lohnender Besuch auf der Erfurter Buga in Erfurt meint auch der Autor Udo Horn, der sich anläßlich der Buga-Eröffnung am 23. April 2021 die Hauptstandorte direkt ansah.

Ein Blumen- und Pflanzenmeer, das 87 000 Quadratmeter umfasst, darunter Tausende Rosen, Stauden, aber auch Nutzpflanzen: In Erfurt hat die Bundesgartenschau 2021 – trotz recht kühlen und teils regnerischen Wetters - ersten Besucher empfangen. Der Eröffnung war wegen der Pandemie allerdings eine heftige Zitterpartie vorausgegangen. War all die langfristige Arbeit umsonst? Werden die Besucherzahlen wegen der Pandemie einbrechen? Diese und viele weiteren Fragen bereiteten den Organisatoren der Buga teils große Kopfzerbrechen. Nun ist aber klar, dass die Außenbereiche der großen Blumenschau mit Ticket, Anmeldung und einem aktuellen, ausgestellten negativen Corona-Testergebnis besichtigt werden können. Ein Wehmutstropfen bleibt: Bis auf weiteres sind alle Veranstaltungen im Innenbereich noch geschlossen. Die eingeschränkte Öffnung ist nun aber auch mit dem überarbeiteten Infektionsschutzgesetzes möglich. Vor ungefähr 60 Jahren war auf der 36 Hektar großen Anlage die „erste internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“ eröffnet worden, viele Erfurter verbinden schöne Erinnerungen mit dem Park. Auch als ehemaliger Erfurter kann ich das Gefühl nur allzu gern nachvollziehen, habe ich doch in meiner Jugendzeit der IGA fast wöchentlich meine Aufwartung gemacht und dort sehr schöne und angenehme Stunden der Freizeitgestaltung erlebt. Für die Buga konnte das Gelände nun umfangreich saniert werden. Auch auf dem zweiten Hauptstandort, dem Petersberg, wurde nicht gekleckert, sondern baulich geklotzt. Für die geschichtsträchtige Zitadelle Petersburg in Erfurt bringt das Jahr nun allerhand Neues mit sich. Mit der Bundesgartenschau (BUGA) wurde die ehemals preußische Festungsanlage des 17. bis 19. Jahrhunderts nachhaltig zu einem Teil der lebhaften Innenstadt Erfurts entwickelt. Seit 1990 wurde sie mit viel Liebe zum Detail und großem finanziellen Aufwand rekonstruiert. Der Petersberg prägt als Stadtkrone seit Jahrhunderten das Bild der Thüringer Landeshauptstadt und ist für Erfurter sowie ihrer Gäste ein beliebtes Ausflugsziel zum Verweilen und zum Entdecken. Anläßlich der Bundesgartenschau, ist der Petersberg eine der wichtigsten Außenstellen. Vom Barockgarten über den Renaissancegarten bis hin zum Landschaftsgarten wird hier beeindruckende Gartenkunst geboten Mehr als 30 000 Blumen, die bis zum Herbst durchblühen, heißen die Gäste der Buga willkommen. Im Festungsgraben, der im Stil der Gartenschauen des 19. Jahrhunderts gestaltet wurde, sind die züchterischen Wurzeln Erfurts zu entdecken: der Färberwaid. Aus der Pflanze wurde im Mittelalter das „Erfurter Blau“ gewonnen, mit dem Tuch gefärbt wurde und da in ganz Mitteleuropa bekannt war. Bei der Buga wurde von Anfang an auf Barrierefreiheit geachtet. So werden auch Führungen für Menschen mit Behinderung angeboten. Zudem sind die Informationen mehrsprachig auf der Webseite in einfach verständlicher Sprache verfügbar. Mein Fazit dieser Reise: Ich kann jedem Blumenliebhaber und Thüringen-Entdeckern eine Reise nach Erfurt nur empfehlen. Es lohnt sich, nicht nur wegen der faszinierenden Blumenpracht.

Erfurt 23.04.2021


Mit nicko cruises auf dem Douro reisen

Meine zweite Flusskreuzfahrt auf dem Douro mit nicko cruises

Eine kleine Nachbetrachtung von Udo Horn  - 21.07.2020

 

Eine Kreuzfahrt in Zeiten von Corona? Wie soll das gehen? Wie fühlt sich das an? Verderben die zahlreichen Hygienebestimmungen an Bord und an Land nicht die ganze Urlaubsstimmung?

Ich habe mich auf diesen Selbstversuch eingelassen und wollte selbst wissen, wie es sich anfühlt, mit teilweisen Tragen des Mundschutzes und der Einhaltung strenger Hygienebestimmungen an Bord und  an Land zu reisen. Dabei bin ich – um es vorweg zu nehmen  - doch recht positiv überrascht worden.

 Auf Einladung von nicko cruises hatten einige Reisejournalisten die Möglichkeit mit dem Flussschiff „Douro Cruiser“ die beeindruckenden portugiesischen Portwein-Anbaugebiete, die faszinierenden Städte Porto, Barca de Alva, Regua, Salamanca und weitere Sehenswürdigkeiten wie in Lamego, entlang dem Douro kennenzulernen.

Meine einwöchige Tour begann im portugiesischen Porto, dem Ziel- und Abfahrtshafen. 

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Mein Douro Bericht 2020.pdf
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Hurgadha - sonnenreicher Urlaubsort am Roten Meer

Warum nicht einmal Hurgadha in Äqyptien? - Dezember 2019


Flussreise auf der Rhone, Saone in Frankreich - Lyon - Charlon - Arles - Lyon

Reiseeindrücke einer Genussfahrt auf der Rhone und Saone mit M/S Bijou du Rhone von nicko cruises - Juli 2019


Von Rio de Janeiro nach Warnemünde

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Mein Reiseeindrücke der Transatlantikreise - März - April 2019
Mehr als 20 Tage war ich unterwegs. Von Rostock nach Frankfurt am Main, von dort mit dem Flieger nach Sao Paulo, weiter mit dem Bus nach Santos um am 31. März auf die MSC POESIA aufzusteigen und meine Reise von Brasilien nach Warnemünde zu beginnen.
Puerto Buenos Aires mit der MSC Poesia.j
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Rotterdam - Hafenfest 2018

Fotos: Udo HORN

Foto: Markthalle Rotterdam

Rotterdam ist nach Amsterdam die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden und hat den größten Seehafen Europas (drittgrößter der Welt). Die Wereldhavendagen (Welthafen-Tage)  ermöglichten  mir einen Blick hinter die Kulissen eines der größten Häfen der Welt. Während dieses drei Tage andauernden Festes gab es viele Vorführungen auf der Maas (zum Beispiel die Hubschrauber der niederländischen Marine) und Ausflüge zu großen Firmen, die im Hafen ansässig sind. Es gab auch Shows mit Wasserwerfern und Wettsegeln mit Katamaranen. Ich konnte auch teilnehmen an einem der vielen Bus- oder Bootausflügen, zum Beispiel zum Delta Terminal - das größte Container-Terminal Europas - oder zur Kreuzfahrtfähre. Hier kann man in der Tat  alle Arten von Schiffen besichtigen: Schiffe aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu ultramodernen Marine-Schiffen.   Mein viertägiger Aufenthalt in Rotterdam werde ich mit Sicherheit noch lange in Erinnerung behalten. Anbei eine sehr, sehr kleine Auswahl von Fotos, die meine Eindrücke ungefähr widerspiegeln.


CTOUR-Ostseetag 2018


Kleine TENERIFFA-REPORTAGE 2018

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln und gehört zu Spanien. Die Insel ist 83,3 Kilometer lang, bis zu 53,9 Kilometer breit und hat eine Fläche von 2034,38 Quadratkilometern. Sie ist mit etwa 888.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel Spaniens. Die Hauptstadt ist Santa Cruz de Tenerife. Grund genug, die Insel zu erkunden, Spannendes zu entdecken und Liebenswertes zu erleben.

Fotos und Text: Udo HORN (Januar 2018)


Einmal Kiel - Klaipeda und zurück

Fotos: udoHORN

Ro-Pax.-Fähre REGINA SEAWAYS

Technische Daten
Länge: 199,0 m

Breite: 26,60 m
Tiefgang: 6,4 m
Bruttoraumzahl: 25.518 t
Passagierkapazität: 600
Frachtkapazität: 2.490 lm
Maximalgeschwindigkeit: 23,5 Knoten
Baujahr: 2009

 

 

Ein Kurztripp nach Litauen und zurück

 

Eindrücke einer Fähr-See(h)reise von Kiel nach Klaipeda von Udo Horn.

 

„Mit DFDS Fähren entspannt in den Urlaub starten. Wie wäre es  zum Beispiel mit einem Kurztripp nach Litauen? Auf einer Kurzreise nach Litauen erleben Sie die Schönheit der Ostsee und des Baltikums. Genießen Sie die Zeit an Bord unserer modernen Fähren, während Sie entspannt von Kiel nach Klaipeda reisen“.

 

Was hinter diesem verheißenden  Reederei-Versprechen steckt, wollte ich herausfinden.

 Also stellte ich mich dieser Herausforderung und begab mich an Bord der modernen Ro-Pax Fähre REGINA SEAWAYS, auf der von der dänischen Fährgesellschaft DFDS betriebenen Fährlinie Kiel – Klaipeda – Kiel.

 Mit täglichen Abfahrten wartet die DSDF-Fährlinie vom Kieler  Ostuferhafen auf. Gemeinsam mit den beiden Ro-Pax-Fährschiffen VICTORIA SEAWAYS0 und REGINA SEAWAYS bieten Sie nicht nur eine zeitsparende Anreise ins Baltikum sondern können auch für Passagierfahrten einiges an Komfort bieten. Täglich kommen  so über diese Verbindung bis zu 515 Passagiere nach Lettland.

Der Empfang an der Rezeption hat Kreuzfahrtstandard.  Die Kabinen der gepflegten 25.518  BRZ großen Fahrgastfähre nicht minder. Erst 2009 wurde  das 199 Meter lange Schiff gebaut und mehrfach modernisiert.

 Dazu gehören Restaurant, Bars, Konferenzraum und ein sogenannter Ruheraum für die Brummifahrer. Sich wohlfühlen an Bord lautet die  Devise.

 Für die beiden Ro-Pax Fährschiffe gilt nach wie vor Ladung als das gewichtigste Standbein, LKW, Trailer, Busse, PKW. Schließlich ist die Fährverbindung von Kiel nach Klaipeda und zurück  nach dem Flugzeug die zweitschnellste Verbindung ins Baltikum. 

 Nach zirka 22 Stunden stressfreier Überfahrt ist die 183.000-Einwohner zählende Stadt - und  somit auch drittgrößte Stadt in Litauen - am Ausgang des Kurischen Haffs erreicht. Es ist bereits spät Abend, als sich der blau-weiße Fährkoloss rückwärts in das Fährbecken des neu errichteten Central Klaipeda Terminal, in unmittelbarer Citynähe - schiebt.

 Da es bereits später Abend ist, führt mich meine nur fünfminütige Taxifahrt direkt ins Hotel  „Old Mill“. Der Hotelname steht für ein architektonisch gelungenes  Drei-Sterne-Hotel, am Rande der Altstadt, welche ab hier Ausgangspunkt für die weitere Erkundung der Altstadt ist.

 Das Hotel, direkt am Hafen liegend, bietet einen tollen Blick  auf einen der zahlreichen Seitenkanäle und das gegenüberliegende Kurische Haff.

  

Geschichtliches

 Seit 2004 ist das größte Land des Baltikums, Litauen, Mitglied der EU und wurde im Januar 2015 als hat als letzter der drei baltischen Staaten den Euro eingeführt. Dennoch ist es  für viele Menschen bis heute weitestgehend unbekannt. Auf einer Fläche, vergleichbar mit der Größe Bayerns, leben gerade einmal  drei Millionen Einwohner.

 Klaipeda, Litauens einzige Hafenstadt an der Mündung des Kurischen Haffs in die Ostsee punktet mit einer hübschen denkmalgeschützten Altstadt und ihrer deutschen Vergangenheit. Bekannt als Memel war sie die nördlichste Stadt Ostpreußens.

  Doch das Hauptinteresse der zahlreichen Touristen gilt der Kurischen Nehrung. Der  schmale Streifen mit seiner schmerzvollen Geschichte, der das Haff von der Ostsee trennt,  gehört zu den schönsten Küstenlandschaften Europas und wurde von der UNESCO in die Naturerbeliste aufgenommen. Der Norden gehört zu Litauen, der Süden zur russischen Enklave Kaliningrad (Königsberg).

 Nur wenige Autominuten braucht die kleine Autofähre über den engen Sund, der die Kurische  Nehrung bei Klaipeda vom Festland trennt. Sie verkehrt mehrmals täglich und wird vor allem in den Sommermonate stark frequentiert. Über hundert Kilometer erstreckt sich die schmale Landzunge aus Strand, Dünen und Mischwald. An der engsten Stelle misst sie nur 400 Meter. Für etwa einen Euro (Hin- und Rückfahrt) geht es mit der Fähre hinüber auf die Kurische Nehrung. Und hier erlebt man es, ein beeindruckendes Naturerlebnis. Schmale Pfade führen durch einen lichten Wald, es duftet nach Kiefernnadeln, die Vögel zwitschern, und ansonsten Stille. Die sich über 98 Kilometer erstreckende  Landzunge ist naturgeschützt und an einigen Stellen nur wenige hundert Meter breit.

 Schriftsteller, Maler und andere Künstler haben schon immer von der Ruhe und dem landschaftlichen Reiz der Nehrung  geschwärmt.

 Thomas Mann ließ sich in Nida, damals noch Nidden, ein buntes Sommerhaus hoch oben auf den Dünen bauen und verbrachte hier drei Sommer mit der Familie.

 Alternativen zum Nehrung-Ausflug: ein Abstecher ins renommierte Seebad Palanga, ehemals Polangen, nördlich von Klaipeda. Oder ins südöstlich gelegene Memelland nach Silute, dem früheren Heydekrug. Dort leben noch etwa 500 Deutsche.

  

Die Altstadt von Klaipeda.

 Klaipeda ist die älteste Stadt Litauens. Gegründet wurde die drittgrößte Stadt des Landes im Jahre 1252 unter dem deutschen Namen "Memel".

 Die Stadt lag bis zum 15. Jh. an der Memelburg, direkt am Fluss Dane. Die Burg wurde einige Male umgebaut, und dadurch veränderte sich auch die Lage Klaipedas.

 Zum Ende des 15. Jh. reichte die südliche Grenze der Stadt bis an den heutigen Theaterplatz. 1259 wurde die Burg restauriert und das Territorium um die Burg, das einst von den Bewohnern der Stadt genutzt wurde, zählte nun nicht mehr zum Wohngebiet. Ortsansässige wurden in die heutige Altstadt umgesiedelt. Anfang des 16. Jh. wurden die Hauptachsen der planmäßigen Altstadtstruktur abgesteckt. Das Territorium der Altstadt wurde in kleine Rechtecke unterteilt. Gegen Ende des 16. Jh. gestaltete sich vollends ein Straßen- und Viertelnetzwerk, das sich später nicht viel änderte.

 An der Hauptstraßenkreuzung befand sich ein Schafott, ein Schandpfeiler, an dem man Unzüchtige ächtete. Von 1595 ins 19. Jh. fanden in der Altstadt verschiedene Messen statt, die allesamt 2 Wochen andauerten und an denen Händlern aus verschiedenen Ländern teilnahmen.

 Bis zur Mitte des 19. Jh. galt die Altstadt Klaipedas als Zentrum der Verwaltung, des Handels und des geistigen Lebens. Hier befanden sich die größten Geschäfte, Handelsspeicher und Banken. Ein großes Feuer, im Jahre 1854, beschädigte einige Teile der Stadt sehr stark und auch im Zweiten Weltkrieg wurde Klaipeda regelrecht verwüstet, erholte sich jedoch recht schnell wieder. 1963 wurde die Altstadt unter Denkmalschutz gesetzt. 

 Die Altstadt von Klaipėda unterscheidet sich von denen der anderen litauischen Städte durch seine Kompaktheit, sowie die Fülle an deutscher und skandinavischer Architektur. In den Zwischenkriegsjahren galt Klaipėda sogar als eine der schönsten Städte Nordeuropas.

 m Zentrum des  Theaterplatzes thront nach wie vor Ännchen von Tharau – allerdings eine 1989 gestiftete Kopie des in den Kriegswirren verschollenen Originals – auf dem Simon-Dach-Brunnen. Wenn man Glück hat, fiedeln Musikanten den Evergreen aus dem 17. Jahrhundert. Der deutsche  Liedtext ist auf dem Sockel eingraviert.

 Geschichtlich erwähnenswert: Im Renaissance-Rathaus fanden Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1807 Zuflucht vor Napoleons Armee.

 Lohnend auch ein Bummel durch die seit 1976 vorbildlich restaurierte Altstadt, die mit ihren Fachwerkhäusern, Speichern und geradlinigen Straßen so deutsch wirkt wie keine andere Altstadt im Baltikum.  Heute präsentiert sie  sich als Litauens Tor zur Welt.

  

Zum Schiff

 Die späte Abendabfahrt der VICTORIA  SEAWAYS – der baugleichen Schiffsschwestern  Regina Seaways -  gegen 22 Uhr vom modernen Central Terminal in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel rückt unerbittlich näher.

Doch bis dahin sind  es noch 21 Stunden entspannende Ostseestunden an Bord.

Zeit um  sich ein wenig im Schiff umzuschauen. Während  die Wohn- und Wirtschaftsbereiche im Vorschiff untergebracht sind, ist die Maschine mit ihren insgesamt 24.000 kW achtern angeordnet. Zwei Bugstrahlruder erleichtern  die Manöverfahrten in schwierigen und  seichten Gewässern.

 Mit einer Frachtkapazität von 2.490 Einheiten (LKW, Trailer u.a), einer maximalen Passagierkapazität von 535 Personen  sowie einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von  26 Knoten gehören die modernen Ro-Pax-Fähren auf dieser Fährlinie zu den günstigsten und  komfortablen Verkehrsmitteln zwischen den beiden Ostseehäfen.

 Für eine angenehme Fahrt sorgen je nach Wahl großzügige Kabinen  oder Schlafsessel. Auf beiden Schiffen ist mit einem Restaurant sowie verschiedenen Cafes und Bars bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

 Fazit:

 Wer also schnell, günstig und komfortabel die Baltischen Länder, vorweg Litauen bereisen und erleben möchte, dem sei die Fährverbindung von Kiel nach Klaipeda sehr zu empfehlen. Und  sicherlich werden diejenigen noch viel mehr entdecken, als es mir zeitlich möglich war. Litauen hat noch viele Geheimnisse die es wert sind, entdeckt zu werden.

 ine gute Reise wünscht Ihnen Udo Horn

 Mehr Informationen unter: www.dfdsseaways.de

Bilderläuterungen:

DIe Ro-Pax.-Fähre Victoria Seaways am Fährlieger Kieler Ostuferhafen,

An Bord  der Regina Seaways - Bar- und Salonbereich,

An Bord der Victoria Seaways - Bar- und Salonbereich,

typische Reihenhausbebauung in der Altstadt, Anfang der 30iger Jahre,

Theaterplatz in der Altstadt mit dem Denkmal "Ännchen von Tharau",

Das Segel-Restaurantschiff "Meridianas" an einem Seitenkanal,

reges Treiben auf dem Wochenmarktplatz in der Altstadt,

Hotel "Old Mill" an einem Seitenkanal der Hafeneinfahrt zu Klaipeda.

 



GEO Special, Flussreise mit nicko cruises

2017

Auf Donauwellen von Land zu Land, von Stadt zu Stadt – Impressionen einer Donaureise mit MS „Maxima“ von nicko cruises, notiert von Udo Horn 
 
Die Flussreise von Passau nach Budapest gilt nach wie vor  als Klassiker. Mit Budapest, Wien und Bratislava können während eines „typischen“ Donautörns von Passau bis zur ungarischen Metropole und zurück gleich drei europäische Hauptstädtebesichtigt werden. Hinzu kommt Linz mit weiteren zahlreichen und interessanten Höhepunkten. Eigentlich müßte ebenso die schöne  Drei-Flüsse-Stadt Passau erwähnt werden, aber die Mehrheit der Gäste geht hier an oder von Bord. Das gegebene Veranstalter-Versprechen von nicko cruises Flussreisen „Schöne Natur und beeindruckende Architektur, fremde Kulturen und Denkweisen, Wissenswertes und Unbekanntes“ weckte in mir Neugier und Wissensdurst  und so entschloß ich mich, dieses Versprechen an Bord  der MS Maxima zu testen. In Kooperation mit dem Partner des Reiseveranstalters der Redaktion der Zeitschrift GEO wurde eine Kooperation geschlossen, die sich auf die inhaltliche Gestaltung und Vermarktung neuartiger Flussreisen unter der Marke GEO cruises bezieht.
 
An der „schönen blauen“  Donau – sie ist aber in der Realität grün -  erkannte schon Johann Strauß den Reiz des Stromes, der mit seiner Anmut, Gelassenheit und Vielfalt das  Mekka eines  (fast) jeden Flussreisenden darstellt. Gäste aus aller Welt fühlen sich angezogen vom Strom, der mit seinen 2850 Kilometern in seiner Länge europaweit nur noch der Wolga unterliegt. Nirgends  sonst auf der Welt herrscht ein so dichtes Aufkommen an Flussschiffen wie auf der Donau. Im Donautal vereinen sich idyllische Landschaften perfekt mit einzigartigen historischen Kulturstätten.  .... 


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Flussreise auf dem Douro, Portugal. MS Douro River von nicko cruises
Expiedentenreise auf dem DOURO - No. 20
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Zu den Bugbemalungen an Kreuzfahrtschiffen
Bugbemalung KF-Schiffe.pdf
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Beitrag zum 100. Anlauf eies Costa-Schiffes in Warnemünde 2016
Eine Costa- torte zum 100..pdf
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Die neue MSC Meraviglia
MSC Meraviglia Kulinarik-Fakten.pdf
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Erster 4er-Anlauf der kompletten Phoenix-Flotte in Bremerhaven
neue PI Bremerhaven 4er-Anlauf.pdf
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Mit der Princess Seaway von Amsterdam nach Newcastle (2016)
Mit der PRINCESS SEAWAYS von Amsterdam n
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Mit der PRINCESS SEAWAYS von Amsterdam nach Newcastle – eine beeindruckende

 

Zwei-Städte-Tour

 

Eine Reisebeschreibung und Empfehlung des Kreuzfahrtexperten Udo HORN (Oktober 2016)   


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Impressionen einer Fährreise an Bord der neuen BERLIN von Scandlines
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Willkommen in Dänemark – Meine Tipps für einen Mini-Urlaub

 

Empfohlen von Udo HORN (Reise- und Schifffahrtsjournalist)

 

 


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Kolumne zur Kreuzfahrtbranche ab 2016
2. Kolumne zur Kreuzfahrtbranche ab 2016
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Flussreise mit der MS Casanova entlang der Mosel, Rhein und Neckar - nicko cruises
Casanova-Abenteuer Mosel, Rhein , Neckar
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Mit nicko cruises unterwegs auf Saar, Mosel, Rhein und Neckar.

Befahren vom 17. - 23. April 2016



KARIBIK * Sonne, Sand und Mee(h)r 

Eine Kreuzfahrtreise mit der Costa Magica zu den karibischen Antillen. (Dezember 2015)

Die KARIBIK. Sonne, Sand und Meer.

Gäbe es eine Wahl unter den lebenswertesten Ländern der Erde, die Französischen und Niederländischen Antillen würden sicher einen der vorderen Plätze für Weltenbummler belegen.

 

Denn hier treffen nicht nur die Wellen des Atlantik und die des Karibischen Meeres aufeinander, sondern auch karibische Lebensfreude und westliche Lebensart - insbesondere auf kulinarischem Gebiet.

 

Mit dem Kreuzfahrtschiff "COSTA MAGICA" begab ich mich auf eine mehrwöchige Reise und möchte Euch über die Schönheiten der Landschaften, der Menschen und ihrer Kultur berichten.

Meine Reise begann in TOBOAGO SCARBOROUGH (Trinidad & Tobago), führte weiter nach GRENADA (Antillen), BRIDGETOWN (Barbados), PORT CASTRIES (St. Lucia), MARTINIQUE (Antillen), POINTE a PITRE (Guadeloupe), SANTO DOMINGO (Dominikanische Republik), CATALINA ISLAND (Dom-Rep), St. KITTS (Basse-terre) weiter nach ST. JOHN`S (Antigua) zurück nach Tobago. 

Barbados

St. Kitt`s

Catalina Island

Grenada

Guadeloupe

Martinique (Antillen)

Tobago & Trinidad

Dominikanische Republik

St. Maarten

Antigua

St- Lucia


MADEIRA

Funchal - Die "gelbe Festung"

Madeira - Insel des ewigen Frühlings.  (Februar 2015)

Diese historische Festung östlich von Funchal - heute das Museum für zeitgenössische Kunst - hat mich immer wieder in seinen Bann gezogen. Es ist die Atmosphäre der Umgebung , die Brandung des Atlantiks an die Mauern der ehrwürdigen Festung und erhaltenen Natürlichkeit des Ortes, die mich immer wieder an diesen Ort zurückkehren ließen.


MADEIRA - Eine Perle im Atlantik

Madeira hat in den letzten Jahren mehrmals den ersten Preis bei den "World Travel Awards" als Europas bestes Insel-Urlaubsgebiet gewonnen. Und  das zu recht.

Gern möchte ich mit Ihnen die bisherigen Eindrücke meines mehrwöchigen Aufenthaltes auf dieser Insel im Atlantik teilen. (2015)


Thema: Die schönsten, maritimen  Destinationen


Thema: Mit der MS "BERLIN" ins Rote Meer (ÄQYPTIEN, JORDANIEN, ISRAEL) 2011


Thema: MALTA und GOZO - Inselerlebnisse im Mittelmeer (Reportage 2008)


  • Weitere Reportagereisen - auch mit verschiedenen Kreuzfahrtschiffen - erfolgten nach: (Auswahl)

- Studienreise - Vereinigte Arabische EMIRATE (Dubai)

- Kreuzfahrt - ÄQYPTIEN (Sinai-Halbinsel) (FTI MS Berlin) + Hurgadha

- TÜRKEI (historische Grabstätten und Bauwerke) (Izmir u.v.a)

- Kreuzfahrt - Kanarische Inseln (Inseltouren von Lanzarote, Gran Canaria, Fuerteventura       bis nach Teneriffa)(AIDA-Cruises)

- Kreuzfahrt - Balearische Inseln (Nord-Süd und Westtouren) AIDA-Cruises

- Kreuzfahrt - Kleine Antillen in der Karibik (Costa Magica)

- Premierenfahrt mit dem Fährschiff MS "BERLIN" nach Dänemark (Scandlines)

- Fährreise von Amsterdam nach Newcastle und zurück (DSDF - Fährreederei)

- Flussreise auf dem Douro in Portugal (nicko cruises)

- Studienreise Madeira (Funchal)

- Flussreise auf der Rhone und Saone in Frankreich (nicko cruises)

- Transatlantik-Kreuzfahrt Brasilien - Deutschland (MSC POESIA)

 

Weitere Länderreisen nach:

Griechenland, Kreta, Italien, Syrien,  Marokko, Tunesien, Kroatien, Zypern, Libanon, Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Dänemark, Finnland, Schweden, Russland, Weißrussland, Ukraine, Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich, Schweiz, Cuba, Jamaika, Mexiko, Belize, Honduras, Cayman Inseln, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Trinidad & Tobago, Grenada, Barbados, St. Lucia, Martinique, Guadeloupe, St. Maartens, Antigua, Dominikanische Republik, Basse-terre, Großbritannien, Brasilien,